Kurzbiographie
Wir möchten Ihnen gerne Johanna Senfter vorstellen, eine in Deutschland fast in Vergessenheit geratene Komponistin, deren Werke in England geschätzt und gespielt werden.
Das Haus, in dem sich ein Großteil ihres Lebens abspielte, ist noch in Oppenheim zu finden:

Gemälde von Paul Witterstätter
Es ist der altehrwürdige Sparrhof, ein Adelshof in der Katharinenstraße, in dessen heute frei zugänglichem Garten Johanna Senfter gerne verweilt und auch komponiert hat.
Schon früh – mit drei Jahren – probierte sie am Klavier Melodien aus und bereits mit sieben oder acht Jahren erfand sie kleine Musikstücke. So war es nur folgerichtig, dass Johanna mit 16 Jahren am renommierten Frankfurter Hoch’schen Konservatorium ihr Musikstudium begann.
Ab 1908 nahm Johanna Senfter Privatstunden in Leipzig bei Max Reger, der sie sehr förderte und schätzte und seine Meisterschülerin in die Kompositionsklasse aufnahm. Er ermöglichte es Johanna Senfter, einen Platz zu finden in einer Zeit und Gesellschaft, die für komponierende Frauen wenig Raum hatte.
Zwischen den Familien Reger und Senfter entwickelte sich eine enge freundschaftliche Beziehung und Johanna Senfter erlitt durch Regers Tod 1916 einen schweren persönlichen und künstlerischen Verlust.
Ihre aktivste Zeit in Oppenheim war von 1921 bis 1932, in der sie zwei musikalische Vereine gründete, um in einer wirtschaftlich und politisch schweren Zeit das kulturelle Leben zu fördern. Sie organisierte in diesen elf Jahren 42 Konzerte mit hochkarätigen Musikern aus Oppenheim, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt. In dieser Zeit entstanden auch 37 ihrer Werke.
Im Dritten Reich begann ein Rückzug ins Private, der sich immer mehr verstärkte, was ihrem zurückgezogenen und scheuen Wesen sicher entgegenkam. Fortan konzentrierte sie sich ganz auf das Komponieren und Unterrichten.

Am 11. August 1961 starb Johanna Senfter nach kurzer Krankheit, ihr Grab ist auf dem Oppenheimer Friedhof zu finden.